Stern

… und zweitens, so wie man denkt.

Kürzlich zeigte sich in der Arbeit mit einem Kunden einmal besonders deutlich, welchen Einfluss das Denken bzw. die Interpretation einer Sache auf unser Handeln hat. Der Kunde hatte einige erfolglose Vorstellungsgespräche hinter sich und verstand die Welt nicht mehr. Fachlich war er versiert, die Unterlagen waren top und er hatte ein gepflegtes und durchaus sympathisches Auftreten. Was war da los?

Wie sich in Verlauf des Bewerbungstrainings zeigte, war der prägende Gedanke des Kunden bei einem Vorstellungsgespräch „Die wollen mich alle ärgern und vorführen. Ich muss mich verteidigen!“  (= DENKEN) Innerlich so aufgestellt und mit einem Gefühl von Ärger und Verunsicherung (= FÜHLEN) stieg der Kunde sozusagen bei jedem Vorstellungsgespräch „in den Ring“ und fuhr unbewusst seine Verteidigungsgeschütze hoch. Auch wenn sich diese wahrscheinlich eher subtil und vor allem durch Stimmlage, Gesichtsmimik und kleine, spitze Äußerungen ausdrückten (= HANDELN) – die unterschwellige Stimmung war deutlich: Krieg! Das Vorstellungsgespräch – ein Kampf, den der Kunde bis dato immer verloren hatte. Denn welcher Vorgesetzte möchte schon einen Mitarbeiter, mit dem er  kämpfen muss?

Als der Kunde sich des Zusammenhanges seines Denken-Fühlen-Handelns und vor allem dessen Folgen bewusst wurde, schaffte er es die Situation auch positiv zu interpretieren: Das Unternehmen hatte ihn schließlich eingeladen, um ihm einen Job ANZUBIETEN – ihm also etwas Gutes zu tun! Diese Erkenntnis hatte ein positives Gefühl zur Folge, das ihm hoffentlich erlaubt, offen und neugierig ins nächste Gespräch zu gehen und sein „Kampfverhalten“ abzulegen.

Oft sind die Reaktionen, die wir erleben, lediglich der direkte Spiegel dessen, was wir denken. Es lohnt sich also, bei auftauchenden Schwierigkeiten die eigenen Gedanken zu prüfen – sie beeinflussen das Handeln oft stärker, als einem selbst bewusst ist.