Wenn der Schuh der Berufsorientierung drückt, wie wird ein Schuh draus?

Was will ich beruflich eigentlich wirklich? Wo liegen meine Stärken und Talente?

Glücklich, wer – kaum aus der Wiege raus – schon laut wie Grisu der kleine Drache in die Welt hinaus posaunen kann „… und später werde ich Feuerwehrmann!!!“

Aber wer von uns ist schon ein kleiner Drache?

Die Mehrheit der Menschen, die ich kenne – mich selbst eingeschlossen – beschäftigt sich früher oder später mit der Frage der beruflichen Orientierung. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Beantwortung dieser Frage nicht einfach ist. Manchmal taucht die Frage auch erst nach einigen Berufsjahren auf – dieser „Schuh“ drückt dann aber meist je länger desto mehr. Gemein auch: Je intensiver man nachdenkt, desto mehr verstrickt man sich in den eigenen Ideen und steht irgendwann vor einem verworrenen Gedankenknäuel. Von Durchblick keine Spur. Freunde und Bekannte sind bei der Beantwortung der Beruf(ungs) Frage nur bedingt hilfreich. Oft haben sie einfach zu sehr ihre eigenen Aktien drin, um unvoreingenommen zu beraten. Eine neutrale, externe Person kann da sehr hilfreich sein, um die Gedanken zu sortieren, Stärken wahrzunehmen, unvoreingenommenes Feedback zu geben und Ideen und Impulse einzubringen.

Die gute Nachricht: In einem Coaching-Prozess lässt sich tatsächlich in kurzer Zeit vieles sortieren und klären, so dass sich ein „roter Faden“ abzeichnet. Das ist eine solide Vorarbeit und der Grund auf dem der weitere Orientierungs-Weg gangbar wird.

Die schlechte Nachricht: Ob der so erarbeitet Berufs-„Schuh“ wirklich passt, wird niemals im Coaching-Raum zu erfahren sein. Die Krux ist nämlich, dass es immer Abweichungen gibt zwischen der gedanklichen Vorstellung von einem Berufsbild und dessen tatsächlicher Realtität.

Zum Vergleich: Neue Schuhe, mit denen Sie längere Zeit bequem laufen wollen, kaufen Sie ja auch nicht alleine aufgrund ihres Aussehens, oder? (Ok, wir Frauen manchmal schon – im schlimmsten Fall werden es dann halt  „Sitzschuhe“). Sie schlüpfen hinein, um zu spüren, ob sie passen.

Bei der Berufs(um)-Orientierung ist es genau gleich. Noch so viele Gedanken und Gespräche mit anderen werde Ihnen nie die Klarheit geben, die Sie in kürzester Zeit und unmittelbar erhalten, sobald Sie selber den „Fuß in einen Beruf stecken“ und sich dort ausprobieren. Möglichkeiten dafür gibt es (auch für Erwachsene!) einige: Praktika, Probearbeiten, Ehrenamt oder Hospitation. Eine tolle Idee auch sogenannte Tagespraktika (z.B. www.descape.com). Hier kann man für kurze oder längere Zeit fremde Berufe ausprobieren und sich seine eigenen Meinung bilden.

So wird ein Schuh draus!